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sr keinepfiffe Was wäre, wenn zumindest an einem Handball-Wochenende die Schiedsrichter ihre wichtige Arbeit verrichten könnten, ohne von den Rängen beschimpft oder allzu heftig kritisiert zu werden? Das dachte sich die EZ-Sportredaktion und ruft nun dazu auf, am kommenden Wochenende in den Hallen genau das zu tun: „Keine Pfiffe gegen Pfiffe“ lautet die Aktion.

 

Es ist ein Experiment und es wird die Handball-Welt wohl nicht verändern. Aber es soll das Bewusstsein geschärft werden: Dafür, dass es ohne Schiedsrichter keine Spiele gibt. Dass es den Unparteiischen bestimmt keinen Spaß macht, sich Woche für Woche beschimpfen zu lassen. Dass die Schiedsrichter zwar Fehler machen – aber die Spieler und Trainer auch. Und vor allem: Dass der Respekt voreinander nicht verloren gehen darf.

Die Idee für die Aktion entstand, nachdem das Echo auf einen Beitrag im Handball-Blog „Am Kreis“, der die Schiedsrichter und den Umgang mit ihnen zum Inhalt hatte, unerwartet groß war. Die Reaktionen waren zum allergrößten Teil positiv, das Thema wurde in den Hallen, in den sozialen Medien und am Redaktions-Telefon heiß diskutiert.
Die Aktion „Keine Pfiffe gegen Pfiffe“ wird von vielen Menschen aus dem Handball, aber auch darüber hinaus, unterstützt. Unter anderem von DHB-Schiedsrichterwart Wolfgang Jamelle, dessen Gast-Kommentar hier zu lesen ist. Weitere Kommentare und Impulse folgen in der Freitagausgabe. Und am Wochenende heißt es: mitmachen!

Quelle : Esslinger Zeitung – Sigor Paesler

 

KOMMENTAR: Nicht demotivieren

DHB-Schiedsrichterwart Wolfgang  Jamelle beobachtet, dass neu ausgebildete Schiedsrichter sehr schnell die Lust an diesem sportlichen Hobby verlieren

In den vergangenen zehn Jahren haben wir bundesweit circa 7000 Schiedsrichter verloren, sodass wir derzeit nur noch 23 000 Schiedsrichter zur Verfügung haben. Damit der Spielbetrieb an der Basis – in den Kreisen und den unteren Spielklassen – überhaupt mit angesetzten Schiedsrichtern gewährleistet werden könnte, wie es erforderlich wäre, fehlen heute circa 5000 Schiedsrichter. Es gibt in vielen Regionen lobenswerte und interessante Projekte zur Gewinnung neuer Schiedsrichter. Leider müssen wir aber oft schon nach relativ kurzer Zeit feststellen, dass neu ausgebildete Schiedsrichter sehr schnell die Lust an diesem sportlichen Hobby verlieren.

Die Gründe liegen zu einem sehr hohen Anteil an der mangelnden Wertschätzung und dem fehlenden respektvollen Umgang mit den teilweise sehr jungen Sportlern. Wenn sich Woche für Woche unsere Schiedsrichter lautstarker, zumeist unsachlicher Kritik von den Zuschauern stellen müssen und sie teilweise mit grob unsportlichen und sogar beleidigenden Äußerungen konfrontiert werden, ist die Bereitschaft für diese schwierige Aufgabe oft nach kurzer Zeit erloschen.

Schiedsrichter sind ein wichtiger Teil des heute sehr schnellen und dynamischen Spiels. Selbst unsere Spitzenschiedsrichter schaffen es kaum, über die gesamte Spieldauer alle Entscheidungen fehlerfrei zu treffen. Einem Spieler der eigenen Mannschaft verzeiht man viele Fehler – er verwirft frei vor dem Tor, verliert den Ball an den Gegner oder macht einen technischen Fehler. Ich habe aber noch nie gehört, dass solche Fehler genauso lautstark von den Zuschauern kritisiert werden wie Schiedsrichterentscheidungen.

Ich wünsche mir, dass neben den Spielern und Trainern auch Fans den Schiedsrichtern mehr Respekt vor ihrer Aufgabe entgegenbringen, ihnen Fehler verzeihen und sie nicht demotivieren, sondern ermuntern, weiter als Schiedsrichter zur Verfügung zu stehen. Denn eines muss jedem klar sein: Ein Spiel ohne Schiedsrichter ist sportlich nicht vertretbar.

Quelle : Esslinger Zeitung

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